Kirchen als Ersthelfer

„Es hat mich krank gemacht. Ich habe es nicht ertragen, die Schüsse zu hören. Jedes Mal, wenn geschossen wurde, wurde mir schlecht und ich bekam Bauchkrämpfe. Manchmal wurde ich sogar ohnmächtig“, erzählt Olson Junior. Seit 2023 steckt Haiti in einer humanitären Krise. Viele Familien waren gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. So auch der 17-jährige Olson Junior und seine Familie. 

Kirchen als Ersthelfer

„Es hat mich krank gemacht. Ich habe es nicht ertragen, die Schüsse zu hören. Jedes Mal, wenn geschossen wurde, wurde mir schlecht und ich bekam Bauchkrämpfe. Manchmal wurde ich sogar ohnmächtig“, erzählt Olson Junior. Seit 2023 steckt Haiti in einer humanitären Krise. Viele Familien waren gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. So auch der 17-jährige Olson Junior und seine Familie. 

Kirchen als Ersthelfer

„Es hat mich krank gemacht. Ich habe es nicht ertragen, die Schüsse zu hören. Jedes Mal, wenn geschossen wurde, wurde mir schlecht und ich bekam Bauchkrämpfe. Manchmal wurde ich sogar ohnmächtig“, erzählt Olson Junior. Seit 2023 steckt Haiti in einer humanitären Krise. Viele Familien waren gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. So auch der 17-jährige Olson Junior und seine Familie. 

Die Zahl der Binnenvertriebenen hat sich laut der International Organization for Migration verdreifacht: von rund 315.000 Ende 2023 auf über eine Million Anfang 2025.1 Viele wurden sogar mehrfach vertrieben. Allein in Port-au-Prince ist die Vertreibung um 87 Prozent gestiegen, besonders aufgrund von Bandenkriminalität, dem Zusammenbruch wichtiger Dienstleistungen, insbesondere des Gesundheitswesens, und der zunehmenden Ernährungsunsicherheit.2 

Hunger trifft die Hauptstadt Haitis und die umliegenden Gebiete am stärksten. Vertriebene Familien kämpfen in provisorischen Unterkünften ohne sauberes Wasser oder Zugang zu medizinischer Versorgung ums Überleben. 

Angst und Terror machen sich in vielen Stadtvierteln breit. IOM berichtet, dass Banden nun schätzungsweise 85 Prozent der Hauptstadt kontrollieren. Gewalt, Erpressung und Zwangsvertreibung sind zum erschreckenden Alltag geworden. Die Auswirkungen sind verheerend: der Verlust von Häusern, kein Zugang zur Gesundheitsversorgung, auseinandergerissene Familien, unterbrochener Schulunterricht und Ernährungsunsicherheit. Für unzählige Haitianer bedeutet der Alltag Angst und Überlebenskampf. 

Kirchenraum in Haiti, Compassion Deutschland

Kirchen von Unsicherheit betroffen 

Die Unruhen und das Chaos verschonten die lokalen Kirchen nicht. Einige wurden gezwungen, ihre Gebäude zu verlassen. Nach neuem sicherem Boden mussten sie selbst suchen. Kirchen, die in einem stabileren Umfeld verortet sind, haben beschlossen, ihre Türen für andere Kirchen zu öffnen. 

Romelus, ein Mitarbeiter des Landesbüros in Haiti, arbeitet eng mit den lokalen Compassion-Partnerkirchen der Hauptstadt zusammen. Er sprach mit Kirchen in den eher sicheren Gegenden und bat darum, die anderen Compassion-Kinderzentren zu unterstützen.
„Ich nahm mir die Zeit, mit den Kinderzentren in sicheren Regionen zu sprechen, damit sie verstehen, dass es ein Segen ist, die Arme für diejenigen zu öffnen, die Unterstützung brauchen“, betont Romelus. „In der Bibel lesen wir, dass wir vielleicht einen Engel willkommen heißen, wenn wir unsere Türen für Menschen in Not öffnen.“ 

Pastor in einer Gemeinde in Haiti, Compassion Deutschland

Dies veranlasste die Leitung eines Kinderzentrums, ein anderes Kinderzentrum zu fragen, ob sie gemeinsam dafür sorgen könnten, dass die Kinder weiterhin am Programm teilnehmen können und in einer sicheren Umgebung sein können.
Daraufhin begannen die beiden Kinderzentren, im selben Gebäude in denselben Unterrichtsräumen zu arbeiten. Die Programmaktivitäten führten sie jedoch zu unterschiedlichen Zeiten durch, um eine Doppelbelegung zu vermeiden. 

Wenn eine lokale Partnerkirche aus Sicherheitsgründen ihren Standort aufgeben muss, sind oft auch Familien der Kirche gezwungen zu fliehen. Das tägliche Leben wurde unerträglich. So erging es auch Olson und seiner Familie. 

Olsons Vater beschreibt den Schmerz: „Wenn ich zurückblicke, erinnere ich mich an das Wenige, was wir dank der Kirche zum Überleben hatten, zum Beispiel die Unterstützung bei der Gründung eines kleinen Unternehmens. Und mit dieser Hilfe konnten wir sogar andere in Not unterstützen. Plötzlich standen wir mit leeren Händen und völlig schutzlos da. Wir waren auf die Gnade der anderen angewiesen. Dann wurde mir bewusst, dass wir es sind, die Hilfe brauchen. Das tut weh.“ 

Olson und sein Vater in einem Haus in Haiti, Kirchen als Ersthelfer, Compassion Deutschland

In diesem Kontext spielen die Kirchen eine entscheidende Rolle. Die lokalen Kirchen – unter der Leitung von mutigen Pastoren – öffnen die Türen für vertriebene Familien. Mit der Unterstützung von Compassion werden sie ganzheitlich begleitet: physisch, psychisch, sozial und finanziell. Die Krise hat die mentale Gesundheit von Millionen Menschen stark beeinflusst. 

Kinder und Jugendliche aus Armut zu befreien bedeutet für Compassion und die Partnerkirchen auch, sie in den herausforderndsten Lebensumständen zu begleiten. So wie es in Apostelgeschichte 20,35 steht: „Ich habe euch in allem gezeigt, dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen muss im Gedenken an das Wort des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen.“ 

In der Zusammenarbeit mit lokalen Partnerkirchen hat Compassion Haiti 2024 und Anfang 2025 über 3.000 Familien finanziell unterstützt, damit sie Lager oder Hochrisikogebiete verlassen konnten. Mehr als 31.000 Familien wurden beispielsweise durch Lebensmittelpakete oder Hygiene-Sets unterstützt. 

Pastor breitet die Arme aus und Kind läuft ihm entgegen in Haiti, Compassion Deutschland

Hoffnung auf einen Neuanfang 

Die unsichere Lage zwang Olson und seine Familie, aus ihrem Heimatort zu fliehen. Bevor sie Hilfe durch die Kirche erhielten, fanden sie Zuflucht bei einem Freund und später in einem kleinen, überfüllten Haus mit sieben anderen Leuten. 

Durch die lokale Partnerkirche erhielten sie die Unterstützung, um ihr Leben wieder aufzubauen. Neben der finanziellen Unterstützung, Lebensmittelpaketen und Hygiene-Sets erhielt die Familie psychologische Begleitung. „Als wir auf der Suche nach einer Wohnung waren, hat Gott uns die Eigentümer dieses Hauses über den Weg geschickt. Sie sagten, dass sie ihr Haus an Christen vermieten wollten. Als sie sahen, dass wir gläubig sind, erklärten sie sich bereit, es uns zu vermieten – und zwar mit fast allem, was dazugehört: Möbeln, Küchenausstattung und vielen anderen wichtigen Dingen. Noch nicht alles ist geregelt. Ich bin zuversichtlich, dass Gott immer für uns sorgen wird, wo auch immer meine Familie und ich landen werden. Früher lebten wir mit sieben Leuten auf engstem Raum. Jetzt – dank Gott und der Kirche – können wir endlich sagen: Wir sind zu Hause als Familie“, sagt Olsons Vater mit Dankbarkeit. 

Olson und sein Vater in einem Haus in Haiti, Kirchen als Ersthelfer, Compassion Deutschland

Es braucht für Olson Zeit, um die traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten. Aber er ist dankbar, in einer ruhigen Nachbarschaft zu wohnen und wieder Hoffnung für die Zukunft zu schöpfen. „Heute haben wir wieder einen Ort, in dem wir zusammenleben können, in Frieden schlafen können und uns sicher fühlen können. Lange haben wir ständig den Ort wechseln müssen, ohne jegliche Beständigkeit. Jetzt haben wir Hoffnung auf einen Neuanfang. Ich kann meine Ausbildung fortsetzen und auf eine bessere Zukunft hoffen.“ 

Bericht und Fotos: Dawadson Pierre, Compassion Haiti 

Die Zahl der Binnenvertriebenen hat sich laut der International Organization for Migration verdreifacht: von rund 315.000 Ende 2023 auf über eine Million Anfang 2025.1 Viele wurden sogar mehrfach vertrieben. Allein in Port-au-Prince ist die Vertreibung um 87 Prozent gestiegen, besonders aufgrund von Bandenkriminalität, dem Zusammenbruch wichtiger Dienstleistungen, insbesondere des Gesundheitswesens, und der zunehmenden Ernährungsunsicherheit.2 

Hunger trifft die Hauptstadt Haitis und die umliegenden Gebiete am stärksten. Vertriebene Familien kämpfen in provisorischen Unterkünften ohne sauberes Wasser oder Zugang zu medizinischer Versorgung ums Überleben. 

Angst und Terror machen sich in vielen Stadtvierteln breit. IOM berichtet, dass Banden nun schätzungsweise 85 Prozent der Hauptstadt kontrollieren. Gewalt, Erpressung und Zwangsvertreibung sind zum erschreckenden Alltag geworden. Die Auswirkungen sind verheerend: der Verlust von Häusern, kein Zugang zur Gesundheitsversorgung, auseinandergerissene Familien, unterbrochener Schulunterricht und Ernährungsunsicherheit. Für unzählige Haitianer bedeutet der Alltag Angst und Überlebenskampf. 

Kirchenraum in Haiti, Compassion Deutschland

Kirchen von Unsicherheit betroffen 

Die Unruhen und das Chaos verschonten die lokalen Kirchen nicht. Einige wurden gezwungen, ihre Gebäude zu verlassen. Nach neuem sicherem Boden mussten sie selbst suchen. Kirchen, die in einem stabileren Umfeld verortet sind, haben beschlossen, ihre Türen für andere Kirchen zu öffnen. 

Romelus, ein Mitarbeiter des Landesbüros in Haiti, arbeitet eng mit den lokalen Compassion-Partnerkirchen der Hauptstadt zusammen. Er sprach mit Kirchen in den eher sicheren Gegenden und bat darum, die anderen Compassion-Kinderzentren zu unterstützen.
„Ich nahm mir die Zeit, mit den Kinderzentren in sicheren Regionen zu sprechen, damit sie verstehen, dass es ein Segen ist, die Arme für diejenigen zu öffnen, die Unterstützung brauchen“, betont Romelus. „In der Bibel lesen wir, dass wir vielleicht einen Engel willkommen heißen, wenn wir unsere Türen für Menschen in Not öffnen.“ 

Pastor in einer Gemeinde in Haiti, Compassion Deutschland

Dies veranlasste die Leitung eines Kinderzentrums, ein anderes Kinderzentrum zu fragen, ob sie gemeinsam dafür sorgen könnten, dass die Kinder weiterhin am Programm teilnehmen können und in einer sicheren Umgebung sein können.
Daraufhin begannen die beiden Kinderzentren, im selben Gebäude in denselben Unterrichtsräumen zu arbeiten. Die Programmaktivitäten führten sie jedoch zu unterschiedlichen Zeiten durch, um eine Doppelbelegung zu vermeiden. 

Wenn eine lokale Partnerkirche aus Sicherheitsgründen ihren Standort aufgeben muss, sind oft auch Familien der Kirche gezwungen zu fliehen. Das tägliche Leben wurde unerträglich. So erging es auch Olson und seiner Familie. 

Olsons Vater beschreibt den Schmerz: „Wenn ich zurückblicke, erinnere ich mich an das Wenige, was wir dank der Kirche zum Überleben hatten, zum Beispiel die Unterstützung bei der Gründung eines kleinen Unternehmens. Und mit dieser Hilfe konnten wir sogar andere in Not unterstützen. Plötzlich standen wir mit leeren Händen und völlig schutzlos da. Wir waren auf die Gnade der anderen angewiesen. Dann wurde mir bewusst, dass wir es sind, die Hilfe brauchen. Das tut weh.“ 

Olson und sein Vater in einem Haus in Haiti, Kirchen als Ersthelfer, Compassion Deutschland

In diesem Kontext spielen die Kirchen eine entscheidende Rolle. Die lokalen Kirchen – unter der Leitung von mutigen Pastoren – öffnen die Türen für vertriebene Familien. Mit der Unterstützung von Compassion werden sie ganzheitlich begleitet: physisch, psychisch, sozial und finanziell. Die Krise hat die mentale Gesundheit von Millionen Menschen stark beeinflusst. 

Kinder und Jugendliche aus Armut zu befreien bedeutet für Compassion und die Partnerkirchen auch, sie in den herausforderndsten Lebensumständen zu begleiten. So wie es in Apostelgeschichte 20,35 steht: „Ich habe euch in allem gezeigt, dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen muss im Gedenken an das Wort des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen.“ 

In der Zusammenarbeit mit lokalen Partnerkirchen hat Compassion Haiti 2024 und Anfang 2025 über 3.000 Familien finanziell unterstützt, damit sie Lager oder Hochrisikogebiete verlassen konnten. Mehr als 31.000 Familien wurden beispielsweise durch Lebensmittelpakete oder Hygiene-Sets unterstützt. 

Pastor breitet die Arme aus und Kind läuft ihm entgegen in Haiti, Compassion Deutschland

Hoffnung auf einen Neuanfang 

Die unsichere Lage zwang Olson und seine Familie, aus ihrem Heimatort zu fliehen. Bevor sie Hilfe durch die Kirche erhielten, fanden sie Zuflucht bei einem Freund und später in einem kleinen, überfüllten Haus mit sieben anderen Leuten. 

Durch die lokale Partnerkirche erhielten sie die Unterstützung, um ihr Leben wieder aufzubauen. Neben der finanziellen Unterstützung, Lebensmittelpaketen und Hygiene-Sets erhielt die Familie psychologische Begleitung. „Als wir auf der Suche nach einer Wohnung waren, hat Gott uns die Eigentümer dieses Hauses über den Weg geschickt. Sie sagten, dass sie ihr Haus an Christen vermieten wollten. Als sie sahen, dass wir gläubig sind, erklärten sie sich bereit, es uns zu vermieten – und zwar mit fast allem, was dazugehört: Möbeln, Küchenausstattung und vielen anderen wichtigen Dingen. Noch nicht alles ist geregelt. Ich bin zuversichtlich, dass Gott immer für uns sorgen wird, wo auch immer meine Familie und ich landen werden. Früher lebten wir mit sieben Leuten auf engstem Raum. Jetzt – dank Gott und der Kirche – können wir endlich sagen: Wir sind zu Hause als Familie“, sagt Olsons Vater mit Dankbarkeit. 

Olson und sein Vater in einem Haus in Haiti, Kirchen als Ersthelfer, Compassion Deutschland

Es braucht für Olson Zeit, um die traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten. Aber er ist dankbar, in einer ruhigen Nachbarschaft zu wohnen und wieder Hoffnung für die Zukunft zu schöpfen. „Heute haben wir wieder einen Ort, in dem wir zusammenleben können, in Frieden schlafen können und uns sicher fühlen können. Lange haben wir ständig den Ort wechseln müssen, ohne jegliche Beständigkeit. Jetzt haben wir Hoffnung auf einen Neuanfang. Ich kann meine Ausbildung fortsetzen und auf eine bessere Zukunft hoffen.“ 

Bericht und Fotos: Dawadson Pierre, Compassion Haiti