22.06.2020 |

Stimmen der Krise: Rachel in Ruanda

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Rachel war am Boden zerstört. Sie durfte wegen der Corona-Beschränkungen keine Töpfe und Kohleöfen mehr auf dem Markt von Gakenke verkaufen. Wie sollte sie ohne Geld ihre Kinder ernähren?

„Durch die Einschränkungen war ich nicht mehr in der Lage, Nahrungsmittel für meine Kinder und mich selbst zu kaufen.“ Eines von Rachels Kindern, Pacifique, geht in das Compassion-Kinderzentrum einer Kirche an ihrem Ort. „Ich verdiene meinen Lebensunterhalt mit Töpferei. Als der Lockdown verkündet wurde, hieß es, dass nur Leute, die Lebensmittel verkaufen, auf dem Markt verkaufen dürfen.“ Eine niederschmetternde Nachricht für sie und andere Händler, die selbst zu normalen Zeiten täglich ums Überleben kämpfen müssen.

„Wir hatten kein Geld für solche Zeiten gespart und wir haben nicht einmal einen Garten, in dem wir ernten könnten“, sagt Rachel. Ihre Geschichte ist ein typisches Beispiel für das, was arme Familien in einem Entwicklungsland in diesen Wochen durchmachen: Ihr ohnehin geringes Einkommen bricht noch stärker oder sogar ganz weg. Und das in Ländern, wo der Staat nicht mit Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder Krediten einspringt. Solchen Familien droht das Verhungern, wenn niemand hilft.

Doch Rachel und ihren Kindern wurde geholfen: Die Partnergemeinde von Compassion tritt in dieser Zeit an die Seite der gefährdeten Familien und versorgt sie mit Nahrungsmitteln. „Wir konnten über vierzig Familien, die von den Einschränkungen betroffen sind, Nahrungsmittelhilfe zukommen lassen“, sagt Charles Niyongabo, der Leiter des Kinderzentrums in Gakenke. Hilfe, die durch Mittel möglich wurde, die sonst in das Patenschaftsprogramm fließen, das Rachels Tochter besucht. Denn auch in Gakenke wurde jede Gruppenaktivität mit den Patenkindern ausgesetzt, um sie vor Ansteckung mit dem Virus zu schützen. Stattdessen sorgen die Mitarbeiter nun dafür, dass die Familien ausreichend zu essen haben. In ganz Ruanda hat Compassion bislang über 10.000 Familien mit Nahrungsmitteln versorgt.

„Ich freue mich so sehr, dass das Kinderzentrum während dieser Pandemie an uns gedacht hat und dass sie uns Nahrung gegeben haben“, sagt Rachel. „Ich gebe Gott die Ehre. Man hat uns Maismehl, Bohnen, Speiseöl, Seife und Zucker gegeben. Als Mutter bin ich glücklich, dass meine Kinder nicht an Hunger sterben werden.“

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