13.08.2021 |

Dem Himmel nah

Dem Himmel nah

„Als ich im Operationssaal war, konnte ich Gott neben mir spüren, und das hat mich beruhigt.

Die elfjährige Nahomy erzählt von dramatischen Tagen in ihrem Leben 

Nahomys Heimat ist das kleine Land El Salvador in Mittelamerika. Dort besucht sie als eins von rund 350 Mädchen und Jungen ein Kinderzentrum, das von einer örtlichen Partnergemeinde von Compassion geführt wird. Die meisten Kinder haben eine Patin oder Paten, einige auch in Deutschland. „Nahomy ist ein Mädchen mit großem Glauben“, sagt ihre Mutter Pilar. „Im Kinderzentrum hat sie viel über Gott gelernt.“

Letztes Jahr wurde bei einer medizinischen Untersuchung im Kinderzentrum ein kleiner Knoten in Nahomys Schilddrüse entdeckt, der es ihr schwer machte, zu trinken oder zu essen. Seit diesem Tag stand sie unter ärztlicher Beobachtung. Inmitten der Corona Pandemie beunruhigte das deutliche Wachstum des Knotens ihre Mutter. 

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Nach einer Vorstellung bei einem Endokrinologen, Ultraschall und Untersuchungen, die das Zentrum durchführen ließ, erhielt die Mutter eine niederschmetternde Nachricht: Nahomy hatte Schilddrüsenkrebs. Die einzige Behandlung war eine umgehende Operation.  

„Warum meine Tochter?“ 

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Doch Corona hatte die Region fest im Griff: das öffentliche Krankenhaus arbeitete längst am Ende seiner Kapazität. Die Operation durch einen Spezialisten konnte nur in einem privaten Krankenhaus erfolgen. Pilar wurde schnell klar, dass sie sich die umgerechnet 2.000 Euro teure Operation für ihre Tochter nicht leisten konnte. Durch die Pandemie war die alleinerziehende Mutter von drei Kindern arbeitslos geworden, und ihre Familie konnte oder wollte ihr kein Geld leihen. „Ich hatte nur eine Frage: Warum meine Tochter?“, denkt sie an diese dunklen Tage zurück. „Ich hätte es vorgezogen, diese Krankheit zu haben und nicht sie.“ 

In ihrer Verzweiflung wandte sich Pilar an die Menschen, die sie als Engel ihrer Familie bezeichnet. 

„Nachdem Pilar die Ergebnisse hatte, kam sie weinend in die Kirche und erzählte mir, dass sie kein Geld hat, um die Operation zu bezahlen“, sagt Sonia, die seit 14 Jahren das Kinderzentrum der Kirche leitet. Sonia reagierte sofort und gab Geld aus dem Budget frei, das den Kinderzentren für medizinische Notfälle zur Verfügung steht. Die Mittel dafür stellt Compassion aus dem Spendenfonds für Medizinische Hilfe bereit. Damit waren die Kosten für Nahomys Operation, Krankenhausaufenthalt und Nachsorge gedeckt.  

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Das unerwartete Wunder war nicht nur, dass die Operation gut verlief“, erzählt ihre Muttersondern als die Ärzte Nahomys Hals öffneten, entdeckten sie vier weitere Knoten, die in Richtung einer Arterie wuchsen und entfernten auch diese.“ Sonia war während der Operation an Pilars Seite, betete und gab der Familie Worte der Ermutigung weiter. Der Gemeindepastor fuhr sie vom Krankenhaus nach Hause, weil die öffentlichen Verkehrsmittel wegen der Corona-Beschränkungen nicht fuhren. Eine Woche später erhielt Pilar das Untersuchungsergebnis der entfernten KnotenEs war ein bösartiges Papillarkarzinom mit Metastasen.  

„Ich spürte seine Gegenwart“ 

Es geht mir sehr gut. Ich spüre keinen Schmerz mehr in meinem Hals, wenn ich essen oder trinken will“, sagt Nahomy, die sich anschließend zunehmend erholteIch bete jeden Tag zu Gott und weiß, dass er mich hörtBei der Operation sagte er mir, dass alles gut werden würde, und ich spürte seine Gegenwart bei mir. Heute erinnert noch die Narbe an ihrem Hals an den Tagals Gott besonders seine Hand über sie hielt. 

Nahomy genießt ihr Leben in der Hoffnung und Zuversicht, dass ihre Träume eines Tages in Erfüllung gehen werden. Wenn ich groß bin, möchte ich Flugbegleiterin werden“ lächelt sie, „um den Wolken nahe zu sein.“  

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Text und Bilder: Alejandra Zuniga, Compassion El Salvador 

In den Ländern, in denen wir arbeiten, können Familien in extremer Armut sich die Behandlung von schweren Krankheiten oder von Verletzungen nach Unfällen meistens nicht leisten. Oft kümmert sich dann die Compassion-Partnerkirche darum, dass die Patenkinder eine entsprechende Behandlung bekommen. Die Mittel dafür werden aus dem Spendenfonds für Medizinische Hilfe bereitgestellt

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