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Haiti

Compassion begann 1968 seine Arbeit in Haiti. Heute besuchen dort 138.000 Kinder und Jugendliche 379 Compassion-Kinderzentren, die von örtlichen christlichen Gemeinden und Kirchen geführt werden.

Haiti

Compassion begann 1968 seine Arbeit in Haiti. Heute besuchen dort 138.000 Kinder und Jugendliche 379 Compassion-Kinderzentren, die von örtlichen christlichen Gemeinden und Kirchen geführt werden.

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Lage

Karibik

Bevölkerung

12 Millionen

Hauptstadt

Port-au-Prince

Sprache

Kreolisch, Französisch

Religion

Katholisch 55%
Evangelisch 29%
Sonstige, Voodoo-Kult ist weit verbreitet

Lage

Karibik

Bevölkerung

12 Millionen

Hauptstadt

Port-au-Prince

Sprache

Kreolisch, Französisch

Religion

Katholisch 55%
Evangelisch 29%
Sonstige, Voodoo-Kult ist weit verbreitet

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Am 12. Januar 2010 erschütterte ein schweres Erdbeben das ärmste Land der westlichen Welt. Wahrscheinlich verloren dabei mehr als 300.000 Menschen ihr Leben, viele andere wurden verletzt oder obdachlos. Der Wiederaufbau Haitis kam nur schleppend voran. Viele der Betroffenen leben heute zwar nicht mehr in Zelten und Notunterkünften, haben aber weiter kaum Perspektiven, da Arbeitsplätze rar sind. Dazu bedrohte ab 2010 eine gewaltige Cholera-Epidemie das Leben der Menschen, bei der einige Hunderttausend Haitianer erkrankten.

Haitis Leidensgeschichte begann 1492, als Kolumbus auf der Insel landete, die später Hispaniola heißen sollte. Die Spanier brachten afrikanische Sklaven hierher, um sie auf den Zuckerrohr- und Kaffeeplantagen schuften zu lassen. Auf die Spanier folgten die Franzosen, gegen die sich die schwarze Bevölkerung schließlich erhob: 1804 wurde Haiti unabhängig – die erste von Schwarzen geführte Republik der Welt.

Doch das Land kam nicht zur Ruhe, ein Diktator folgte dem anderen. Besonders zu leiden hatten die Menschen unter der Herrschaft des Duvalier-Clans: François „Papa Doc“ Duvalier errichtete mit seiner Privatarmee „Tontons Macoutes“ eine fast dreißigjährige Schreckensherrschaft, die erst 1986 endete, als sein Sohn ins Exil ging. Hoffnungsträger wie der katholische Priester Jean-Bertrand Aristide erwiesen sich als Enttäuschung, der politische Zerfall Haitis ging weiter. Nach gewalttätigen Unruhen in 2004 sandten die UN mit verschiedenen Friedensmissionen Tausende von Blauhelm-Soldaten und Polizisten ins Land, um für Stabilität zu sorgen. Seit 2019 kommt es immer wieder zu gewalttätigen Demonstrationen gegen die aktuelle Regierung, der Korruption vorgeworfen wird.

Die meisten Haitianer sind bitterarm und können sich weder Bildung noch Gesundheitsvorsorge leisten. Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden und politischen Gruppen sind alltäglich. Zwischen der Kreolisch sprechenden schwarzen Mehrheit und der französischsprachigen Elite bestehen enorme Unterschiede: Ein Prozent von den Letzteren besitzt fast die Hälfte des Reichtums Haitis. Hunderttausende suchen ihr Glück im Ausland, in der wohlhabenderen Dominikanischen Republik im Osten oder in den USA. Zur Armut des Landes kommen Gefahren durch die Natur: Zwischen Juni und November ziehen Hurrikans durch die Karibik und verwüsten immer wieder auch Haiti.

Und die Kinder? Als die Schwächsten der Gesellschaft haben sie kaum Perspektiven. Besonders erschütternd ist das Schicksal der sogenannten Restaveks: Es sind Kinder, die von ihren verarmten Familien in die Städte geschickt werden, in der Hoffnung, dort bei wohlhabenden Familien etwas Geld verdienen zu können. Was sie jedoch erwartet sind Gewalt und Missbrauch – ein Leben in der Sklaverei für wohl 300.000 Kinder.

Das Schuljahr in Haiti dauert von Oktober bis Juni. Eine Besonderheit in Haiti ist, dass viele Patenkinder im Compassion-Kinderzentrum auch in die Schule gehen, mangels angemessener öffentlicher Schulen in der Nähe.

Wegen des Mangels an öffentlichen Schulen besuchen etwa 80 Prozent der Schulkinder private Einrichtungen, die in der Regel von religiösen Organisationen betrieben werden. Die Qualität des Unterrichts variiert stark. Die Regierung verfügt nicht über die Mittel, um Inspektionen durchzuführen.

Mindestens 350.000 Kinder und Jugendliche landesweit besuchen weder Grund- noch Mittelschule.

Laut UNDP sind mehr als 50 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren Analphabeten.

Das Erdbeben von 2010 tötete über 1.000 Lehrer, zerstörte 85 Prozent der Schulen in den getroffenen Gebieten und unterbrach den Unterricht von fast 3 Millionen Kindern.

Etwas mehr als 50 Prozent der Bevölkerung Haitis gehört der katholischen Kirche an. Fast 30 Prozent der Menschen rechnen sich evangelischen Freikirchen zu (Baptisten, Pfingstler, Adventisten, usw.).

Traditionell ist der Voodoo-Kult in Haiti weit verbreitet, der von westafrikanischen Sklaven ins Land gebracht wurde.

Die Verfassung garantiert Religionsfreiheit. Der Staat greift nicht in die Arbeit religiöser Radiosender oder anderer religiöser Medien ein. Neben vielen Radiostationen, die zumeist von protestantischen Gruppen betrieben werden, senden auch gewerbliche Programme religiöse Inhalte.

Haitianer stellen wunderschöne Kunstwerke aus gefundenen Objekten her, wie z.B. alten Dosen, aus denen sie Vogelszenen, Blumen oder andere Gegenstände schneiden. Holzschnitzereien, Malerei, Tanz und Geschichtenerzählen sind ebenfalls beliebt.

Die haitianische Musik ist vom französischen kolonialen Erbe und der von den Sklaven ins Land gebrachten afrikanischen Kultur geprägt. Dazu kommt der kulturelle Austausch mit den Nachbarn aus der Dominikanischen Republik.

Auch der amerikanische Jazz hat Haiti beeinflusst: 1937 erlebte das Land seine erste Musikaufnahme, als Jazz zu nichtkommerziellen Zwecken aufgenommen wurde.

Der Nationaltanz Haitis ist der Meringue (ähnlich wie in der Dominikanischen Republik).

Unabhängigkeitstag: 1. Januar. Danksagungen und Abendmessen finden statt – eine Zeit, in der Freunde und die Familie besucht werden. Es gibt traditionell Kürbissuppe, um das Ende der Sklaverei zu feiern.
Karfreitag: 13. April
Weihnachten: 25. Dezember. Die Häuser werden frisch gestrichen und auch Baumstämme weiß getüncht. Die Familien gehen zum Gottesdienst und feiern bei einem Mitternachtsessen, während die Kinder im Mondlicht spielen.

Fußball wird das ganze Jahr über gespielt. Jungen nutzen alles, was rund oder oval ist als Fußball. Haiti nahm bisher erst einmal an einer Fußball-Weltmeisterschaft teil: 1974 in Deutschland.

Drachen steigen lassen ist besonders an Ostern beliebt.

Kürbissuppe
½ Pfund gepökeltes Schweinefleisch (zerhackt)
etwa 2 Liter Wasser
1 TL Thymian
1 Lorbeerblatt
1 TL Salz
1 Pfund Kürbis (geraspelt)
1 TL Pfeffer
½ TL Muskatnuss

Das Schweinefleisch ca. 30 Minuten im Wasser mit Thymian und Lorbeerblatt kochen lassen, Kürbis, Salz und Pfeffer zugeben und weitere 15-20 Minuten kochen, dann passieren. Muskatnuss zugeben, nochmal erwärmen und dann servieren. Für 6 Personen.

Kreolisch
Bonjou (Hallo)
Kòman ou ye? (Wie geht es Ihnen?)
Mwen rele … (Ich heiße …)

Französisch
Bonjour (Hallo)
Comment-allez vous? (Wie geht es Ihnen?)
Je m’appelle … (Ich heiße …)