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Äthiopien

Die Arbeit von Compassion in Äthiopien begann 1993. Heute besuchen dort über 140.000 Kinder und Jugendliche 592 Compassion-Kinderzentren, die von örtlichen christlichen Gemeinden und Kirchen geführt werden.

Äthiopien

Die Arbeit von Compassion in Äthiopien begann 1993. Heute besuchen dort über 140.000 Kinder und Jugendliche 592 Compassion-Kinderzentren, die von örtlichen christlichen Gemeinden und Kirchen geführt werden.

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Kontinent

Afrika

Bevölkerung

119 Millionen

Hauptstadt

Addis Abeba

Sprache

Amharisch, Tigrinya, Oromigna, Somali und Arabisch. Über 70 weitere regionale Sprachen. Englisch ist erste an Schulen unterrichtete Fremdsprache.

Religion

Christen: äthiopisch-orthodox 44%, evangelisch 23%, katholisch 1%
Muslime: 31%
Animisten und andere: 1%

Kontinent

Afrika

Bevölkerung

119 Millionen

Hauptstadt

Addis Abeba

Sprache

Amharisch, Tigrinya, Oromigna, Somali und Arabisch. Über 70 weitere regionale Sprachen. Englisch ist erste an Schulen unterrichtete Fremdsprache.

Religion

Christen: äthiopisch-orthodox 44%, evangelisch 23%, katholisch 1%
Muslime: 31%
Animisten und andere: 1%

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Äthiopien zählt zu den ältesten Hochkulturen der Welt. Über viele Jahrhunderte beherrschten unterschiedliche Monarchien das Land, in dem seit dem 4. Jahrhundert das Christentum vor allem in Gestalt der orthodoxen Kirche die wichtigste Religion ist. Das alte Abessinien war als einziger Staat in Afrika nie Kolonie einer europäischen Macht, mit Ausnahme der italienischen Besetzung von 1936-41. Mit dem Sturz von Kaiser Haile Selassie 1974 endete die Monarchie. Ein kommunistisches Regime folgte unter dem Diktator Mengistu. Dessen Herrschaft wurde 1991 von der noch heute regierenden Ethiopian People’s Democratic and Revolutionary Front (EPRDF) beseitigt. Unter der EPRDF wurden demokratische Strukturen aufgebaut und das Land in einen föderalen Bundesstaat umgewandelt, der die Rechte der verschiedenen Volksgruppen stärkt.

Aber auch das ist Äthiopien: Eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt und eines der ärmsten in Afrika. Immer wieder kommt es zu Dürren in dem von der Landwirtschaft abhängigen Land, vor allem im Osten. 2020 sind in Äthiopien fast sechs Millionen Kinder von der Dürre betroffen. Zudem leidet Äthiopien unter Heuschreckenschwärmen, die alles kahlfressen, was blüht.

Nach Schätzungen von Unicef sind 36 Millionen von 41 Millionen Kindern in Äthiopien arm. Ihre Bildungsmöglichkeiten sind gering, über ein Drittel verlassen die Schule ohne einen Abschluss. Fast die Hälfte der Kinder zwischen 5 und 17 Jahren arbeitet. Etwa die Hälfte der Menschen kann nicht lesen und schreiben. Äthiopien versucht, u.a. mit Hilfe der deutschen Regierung, dieser Not mit einer Bildungsoffensive zu begegnen: ein Berufsbildungswesen für qualifizierte Arbeitsplätze wird aufgebaut, neue Universitäten wurden gegründet.

Obwohl sie stark gesenkt werden konnte, bleibt auch die Kindersterblichkeitsrate hoch. Eine große Gefahr für die Bevölkerung bleibt HIV/Aids. Gut ist, dass mehr HIV-positive schwangere Frauen antiretrovirale Medikamente erhalten, um ihr Baby vor einer Ansteckung zu schützen. Die Mehrheit der Menschen hat keinen Zugang zu einer angemessenen medizinischen Versorgung.

Äthiopien hat aber auch große Potenziale: Seine Wirtschaft war in den letzten Jahren im zweistelligen Bereich gewachsen. Für positive Schlagzeilen sorgte nach seinem Amtsantritt 2018 Premierminister Abiy Ahmed: Er setzte Reformen um und beendete den jahrzehntelangen blutigen Konflikt mit dem Nachbarland Eritrea. 2019 erhielt er dafür den Friedensnobelpreis. Doch es folgte ein blutiger Konflikt mit der Provinz Tigray im Norden, der 2022 mit einem Waffenstillstandsabkommen beigelegt wurde. Innere Konflikte und Nahrungsmittelunsicherheit bedrohen weiter das Leben vieler Menschen und den Frieden im Land.

Seit dem 4. Jahrhundert, als das Christentum ins Land kam, war die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche traditionell das Zentrum der Bildung. Die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben war auf Angehörige der Kirche begrenzt, bis König Menelik II. vor ungefähr einem Jahrhundert ein modernes Bildungssystem einführte.

Das typische Schuljahr dauert von September bis Juli. Staatliche Bildung ist von der Grund- bis zur Hochschule kostenlos. In Äthiopien gehen viele Kinder dennoch entweder nicht zur Schule oder brechen die Schule schließlich ab. Mädchen schließen in der Regel nur acht, Jungen neun Schuljahre ab. Nur die Hälfte der Bevölkerung über 15 Jahren kann lesen und schreiben.

Alle Kinder in Äthiopien legen in der achten Klasse eine Prüfung ab, die als Eignungsprüfung für die High School dient. Nach zwei Jahren High School legen die Schüler eine weitere Prüfung ab. Diese entscheidet darüber, ob die Schüler die voruniversitäre Schulausbildung fortsetzen oder zur Berufsschule wechseln.

Die Partnergemeinden von Compassion stellen Schulsachen zur Verfügung und helfen, die Kosten für private Berufsschulen zu decken, wenn die Schüler nicht in der Lage sind, sich an einer staatlichen Schule einzuschreiben. Studierende an der Universität können ein Darlehen der Regierung beantragen, das zurückgezahlt werden kann.

Religion stellt ein wichtiges und breit akzeptiertes Element des täglichen Lebens in Äthiopien dar. Sogar die Sprache enthält zahlreiche Bezüge zu Gott.

Im Gebiet des Zentralplateaus dominiert die Äthiopisch-orthodoxe Kirche. Priester und Diakone präsentieren sich in ihren bunten Roben und tragen ihre Bischofsstäbe und Kreuze, welche die Menschen im Vorbeiziehen küssen. Das Christentum kam in der späten Antike nach Äthiopien und wurde im 14. Jahrhundert zur offiziellen Religion. Die Orthodoxe Kirche hat viele Verbindungen zum Judentum.

Auch der Islam ist in vielen Teilen Äthiopiens stark vertreten und existierte seit jeher friedlich neben dem Christentum. Die Stadt Harar im Osten des Landes ist offiziell die viertheiligste Stätte der Muslime weltweit. In den Tieflandgebieten sind animistische und heidnische Religionen unter Volksstämmen zu finden, die in einfachen Gemeinschaften leben.

Die Verfassung garantiert Religionsfreiheit und die Regierung respektiert dieses Recht für gewöhnlich in der Praxis, obwohl es die Autoritäten bei entsprechenden Anlässen zuweilen auch verletzen. Die Regierung erkennt offiziell christliche und muslimische Feiertage an. Sie verordnet an Freitagen eine zweistündige Mittagspause, um Muslimen den Besuch der Moschee zum Gebet zu ermöglichen.

Traditionelle äthiopische Kunst, wie die Malerei, ist ein Ausdruck der Religion, besonders angelehnt an das griechisch-orthodoxe Christentum. Die Gemälde folgen einem mittelalterlichen Stil; Menschen werden mit langen, mandelförmigen Augen abgebildet.

Äthiopien hat eine lange Musiktradition. Populäre Musik wird gespielt, aber die meisten Musiker singen auch traditionelle Lieder. Oft entscheiden sich die Zuhörer für beides, populäre und traditionelle Stilrichtungen. Äthiopische Musik bedient sich eines einzigartigen Modalsystems, das pentatonisch ist mit charakteristisch langen Intervallen zwischen einigen Noten. Dies bringt eine etwas „unfertige“ und vorgreifende Atmosphäre in der Musik hervor. Zu den volksmusikalischen Instrumenten zählen masenqo (Geige), washint (Flöte), kebero (Trommel) und krar (Leier).

Äthiopischer Neujahrstag, 11. September
Tag der Arbeit, 1. Mai
Tag des Sieges, 28. Mai: Gefeiert als Sieg der gegenwärtigen Regierung und zur Erinnerung an den Sturz der Diktatur des Derg.
Christliche Feste umfassen Maskal, das „Fest des Findens des Wahren Kreuzes“; Weihnachten; Timkat oder Epiphanias, und Karfreitag gemäß des koptischen Kalenders. Weihnachten ist in Äthiopien vor allem ein religiöses Fest.
Muslimische Feste: Das größte muslimische Fest des Jahres ist Id al Fitr, das Ende des Fastenmonats Ramadan.
Id al Adha ist das muslimische Opferfest.

Die Äthiopier haben Spaß an Fußball, Volleyball und Basketball. Immer wieder für Aufsehen sorgen Äthiopiens Läufer, wie zum Beispiel Olympiasieger Haile Gebrselassie.

In Äthiopien ist das Hauptnahrungsmittel Injera, ein schwammiges Brot, das aus einer besonderen Frucht namens Teff gemacht wird, die nur in Äthiopien angebaut wird. Injera wird in einem Tongefäß gebacken und mit einer Soße aus Fleisch, Körnern, Bohnen oder Gemüse gegessen. Das folgende Rezept für Misir Wat wird mit Injera serviert, das man auf äthiopischen Märkten oder in Restaurants bekommt. Um Injera selbst zuzubereiten, sucht man am besten ein Rezept im Internet. Teff gibt es in der Getreideabteilung von Reformhäusern zu kaufen.

Misir Wat
2 Tassen Linsen
6 Tassen Wasser
2 Tassen geschnittene rote Zwiebeln
2 Tb. Öl
1 Tb. Ingwer
1 TL Knoblauch
1/4 TL Pfeffer
4 grüne Chilis
Salz nach Geschmack

Linsen waschen und 5 Minuten in Wasser kochen. Zwiebeln in Öl braten, vorsichtig umrühren, sodass die Zwiebeln nicht braun werden. Linsen vom Herd nehmen, abgießen und das Wasser auffangen. Linsen zu den Zwiebeln geben. Wasser hinzufügen und dabei rühren, damit die Mischung nicht am Boden anbackt. Ingwer, Knoblauch, Pfeffer, Chilis und Salz zugeben und 20 Minuten köcheln lassen. Das Rezept reicht für 6 Personen.

Begrüßung auf Amharisch
Tena Yistillin (Willkommen)

Das Wort „Tena“ bedeutet „Gesundheit“. Wörtlich übersetzt heißt es: „Mögest du Gesundheit haben.“ Indirekt bedeutet es: „Möge Gott dir Gesundheit schenken.“ Als Antwort erwidert man: „Egziabeher Yimesgen. Dehena Negne.“ Das bedeutet: „Gepriesen sei Gott, mir geht es gut.“