21.04.2021 |

Armut: Eine Not die zum Himmel schreit

Armut: Eine Not die zum Himmel schreit

An vielen Stellen der Bibel geht es um Armut und Gerechtigkeit.

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Weltweit leben laut Angaben der Weltbank 3,4 Milliarden Menschen unter der Armutsgrenze – sie haben weniger als 2,50 Euro pro Tag zur Verfügung. Sichtbares Zeichen dieser globalen Ungerechtigkeit sind die weltweit mehr als 200.000 größeren und kleineren Slums, in denen, laut Schätzungen der Vereinten Nationen, über eine Milliarde Menschen leben. Tendenz steigend: Bis 2030 sollen es bereits zwei Milliarden sein.

Armut und Ungleichheit gab es natürlich auch schon zu biblischen Zeiten. Biblische Textbefunde machen deutlich, dass Gott ein Gott ist, der die Not sieht und das Schreien der Unterdrückten hört. Daran wird etwas ganz Zentrales über Gottes Wesen deutlich: Gott ist ein Gott des Erbarmens. Wenn Menschen unterdrückt werden, wenn Sie unter Armut und Ungerechtigkeit leiden, dann reagiert Gott. Die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten und der Auszug (Exodus) ins Gelobte Land bilden die zentrale Erfahrung alttestamentlichen Glaubens.

Wenig verwunderlich also, dass Gott in der Bibel als „Anwalt der Armen“ beschrieben wird (vgl. Psalm 146,7ff.; 5. Mose 10,17+18). Immer wieder wird betont, wie Gott sich selbst schützend vor die Armen stellt: „Der Herr ist des Armen Schutz, ein Schutz in Zeiten der Not“ (Psalm 9,10). Das blaue Quadrat, das Sie rechts oben auf Infobroschüren oder Anzeigen von Compassion sehen, steht als Symbol für diesen biblischen Auftrag. Es symbolisiert die „Ecke“, die wir für die Armen übriglassen sollen (3. Mose 23,22).

Es gibt über 3.000 Stellen und Verse in der Bibel, die sich mit den Themen Armut und Gerechtigkeit beschäftigen. Das zeigt, dass es kein Nebenthema des christlichen Glaubens ist. Von Christen erwartet man im Allgemeinen, dass sie Nächstenliebe üben. Das ist in der Tat auch eines der Kernthemen, worauf Jesus großen Wert gelegt hat: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“ Dies hat natürlich sehr viele Aspekte. Diese Aspekte werden deutlich durch die unterschiedlichen Aussagen in der Bibel zum Thema Armut und Gerechtigkeit.

So manche Bibelstelle gibt eine klare Aufforderung, materielle Hilfe zu leisten. So kann man in Jesaja 58,7 lesen: „Brich dem Hungrigen dein Brot und die ohne Obdach sind, führe ins Haus. Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn. Entziehe dich nicht deinem eigenen Blut.“ Das ist eine deutliche Bitte, sich um die Mitmenschen zu kümmern, ihnen Nahrung und Kleidung zu geben und für ihr Wohl zu sorgen. Angesichts der großen Zahl von Menschen, die in Armut leben müssen, ist das auch heute noch eine notwendige Aufforderung.

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